Ratgeber

Ist eine Berufs­unfähig­keits­versicherung sinnvoll?

Melanie - die Versicherungsberaterin der Hannoverschen

Gut, dass Sie sich mit der Frage beschäftigen! Wenn Sie berechnen wollen, wie teuer die Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie ist, klicken Sie hier.

Sie fragen sich, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist und ob sich diese Versicherung für Sie lohnt? Dies lässt sich in den meisten Fällen mit „Ja“ beantworten. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist notwendig, da im Falle einer Berufsunfähigkeit (BU) die gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente oft nicht ausreicht, um Ihren bisherigen Lebensstandard weiterhin zu sichern. Sich über eine BU-Versicherung Gedanken zu machen ist also sinnvoll und nötig. Je früher Sie damit beginnen, desto besser.

Das bestätigen auch verschiedene Experten: Stiftung Warentest erklärt die BU zu einer der „wichtigen Versicherungen, die jeder haben sollte“.¹ Und die Verbraucherzentrale Hamburg hält die Berufsunfähigkeitsversicherung „für sämtliche Berufsgruppen absolut notwendig“.²

Die BU-Versicherung als sinnvolle Ergänzung zur Erwerbs­minderungs­rente

Wenn man keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, bekommt man nur Zahlungen aus der Erwerbs­minderungs­rente. Um sich einmal die konkreten Zahlen vor Augen zu führen: Laut Stiftung Warentest betrug die Erwerbs­minderungs­rente im Jahr 2018 im Durchschnitt lediglich 795 Euro.³ Zudem haben nur Personen im Angestelltenverhältnis einen Anspruch auf eine Erwerbs­minderungs­rente, da sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Selbstständige und Freiberufler sind dazu gezwungen, an die Zukunft zu denken und sich um ihren Versicherungsschutz zu kümmern. Zahlen Sie nicht freiwillig in die Rentenkasse ein, besteht bei Arbeitsunfähigkeit im Ernstfall kein Anspruch auf die Erwerbs­minderungs­rente.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich berufsunfähig werde?

Statistisch gesehen wird jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seiner Karriere berufsunfähig. Das heißt, er kann seinen zuletzt ausgeübten Beruf beispielsweise aufgrund einer Erkrankung oder Verletzungen durch einen Unfall nicht mehr ausüben. Bekommen Sie eine solche Diagnose, kann das ohne ausreichende Absicherung schnell bedeuten, den Lebensunterhalt bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters nicht mehr bestreiten zu können.

Da jeder 4. von Berufsunfähigkeit betroffen ist, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Da jeder 4. von Berufsunfähigkeit betroffen ist, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.

Für wen ist eine Berufs­unfähig­keits­versicherung sinnvoll?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die beste Möglichkeit, um den Verlust der eigenen Arbeitskraft ideal abzusichern. Grundsätzlich sollte jeder Berufstätige versuchen, eine BU-Rente abzuschließen.

Die Gefahr berufsunfähig zu werden lauert in jedem Beruf. Das Risiko berufsunfähig zu werden ist in körperlich anstrengenden sowie geistig herausfordernden Berufen jedoch deutlich erhöht. Körperlich belastete Arbeitnehmer scheiden häufig vorzeitig durch Rückenprobleme oder Bandscheibenvorfälle aus dem Berufsleben aus. Arbeitnehmer in Berufen, die sie geistig stark fordern, werden oft aufgrund von Burn-Out berufsunfähig. Für diese Risikogruppen ist daher eine BU-Versicherung besonders sinnvoll und lohnt sich, um die eigene Existenz ausreichend abzusichern.

Selbst in der Ausbildung können Berufsanfänger bereits berufsunfähig werden. Im schlimmsten Fall stehen sie ohne finanzielles Einkommen da. Auf Unterstützung der Eltern kann man sich auch nicht immer verlassen. Eine Absicherung mittels BU-Versicherung ist somit für Auszubildende besonders wichtig. Auszubildende sollten dabei auf sie zugeschnittene Tarife achten, wie zum Beispiel den Starter-Tarif in der Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende. Diese Tarife zeichnen sich dadurch aus, dass sie in den ersten Jahren eine Beitragsersparnis beinhalten. So können sich auch Azubis eine BU-Versicherung problemlos leisten.

Auch wenn man sich in jungen Jahren kaum vorstellen kann, berufsunfähig zu werden, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits während des Studiums sinnvoll. Lebensverändernde Krankheiten oder Unfälle, die zur Berufsunfähigkeit führen, können auch Studierende treffen. Ein Vorteil für Studierende: Als junge Menschen können Sie häufig von niedrigeren Beiträgen bei der BU profitieren, beispielsweise durch einen Starter-Tarif in der Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten.

Fallen Angestellte krankheitsbedingt aus, erhalten Sie zunächst sechs Wochen lang ihr gewohntes Gehalt vom Arbeitgeber. Danach bekommen Arbeitnehmer das geringere Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse. Das Krankengeld wird maximal 72 Wochen lang gezahlt und beträgt maximal 90 Prozent des täglichen Netto-Verdienstes. Sind Sie auch nach dem Ende der Krankengeldzahlung nicht in der Lage zu arbeiten, müssen Sie sich arbeitslos melden und bekommen eventuell erst Arbeitslosengeld 1 und später Arbeitslosengeld 2 bzw. Hartz IV. Zudem erhalten sie eine Erwerbs­minderungs­rente.

Aus diesem Grund ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Angestellte besonders wichtig. Wer auf Einkünfte aus eigener Arbeit angewiesen ist kann seine finanzielle Existenz in der Regel nur mit einer BU-Versicherung absichern. Berufsunfähig zu werden kann dabei jeden treffen. Insbesondere Angestellte sind häufig von psychischen Krankheiten oder auch Unfällen und anderen Erkrankungen betroffen.

Selbstständige müssen sich komplett eigenständig um ihren Versicherungsschutz kümmern. Trifft sie die Berufsunfähigkeit, erhalten sie keinerlei staatliche Leistungen wie Krankengeld oder Erwerbs­minderungs­rente. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher für Selbstständige besonders empfehlenswert und sinnvoll.

Freiberufler, wie z. B. Steuerberater, Journalisten oder Juristen, können wie Selbstständige kaum auf staatliche Leistungen hoffen, sollten sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Die private Vorsorge ist somit für Freiberufler nahezu unabdingbar und eine BU-Versicherung besonders sinnvoll.

Beamte im öffentlichen oder auch Staatsdienst werden nicht als berufsunfähig, sondern als „dienstunfähig“ eingestuft, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können.

In diesem Fall bekommen Beamte ein sogenanntes Ruhegehalt, welches Sie jedoch erst ab dem fünften Jahr nach Dienstantritt erhalten. Werden Beamte nach weniger als 5 Jahren im Dienst dienstunfähig, gehen sie leer aus. Zudem ist das Ruhegehalt gestaffelt. Das heißt, je mehr Dienstjahre gesammelt wurden, desto höher fällt das Ruhegehalt aus.

Werden jüngere Beamte berufsunfähig bzw. dienstunfähig, führt dies schnell zur finanziellen Existenzbedrohung. Es empfiehlt sich, dass Sie frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung samt Dienstunfähigkeitsklausel abschließen, wenn Sie sich in einem Beamtenverhältnis befinden.

Schließt man bereits in jungen Jahren eine BU-Versicherung als Schüler ab, profitiert man in der Regel von niedrigen Beiträgen. Auch sind Vorerkrankungen für viele Schüler noch keine Thema und alle Gesundheitsfragen können schnell beantwortet werden.

Wann ist der Abschluss einer Berufs­unfähig­keits­versicherung sinnvoll?

Generell gilt: Je früher Sie vorsorgen und sich um den Abschluss einer geeigneten BU-Versicherung kümmern, desto besser. Da der Gesundheitszustand bei der Berufsunfähigkeitsversicherung eine entscheidende Rolle spielt, ist es ratsam, sich möglichst früh um die Absicherung zu kümmern. Auch wenn Menschen in jungen Jahren oft gelangweilt von dem Thema „Versicherungen“ sind, ist es sinnvoll, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Vor dem Abschluss des Vertrages müssen sich Versicherungs­nehmer immer den Gesundheitsfragen der BU-Versicherer stellen. Müssen Sie diese beantworten, wenn Sie noch jung sind, ist die Wahrscheinlichkeit von bisherigen Erkrankungen geringer.

Tipp

Gesundheitsfragen sollten Sie unbedingt wahrheitsgemäß beantworten. Ansonsten kann es im Laufe der Versicherung zu Leistungseinschränkungen kommen, wenn die Versicherungen die Akten beim Arzt einfordern.

Lohnt sich eine Berufs­unfähig­keits­versicherung bei Vorerkrankungen?

Grundsätzlich können Menschen mit Vorerkrankungen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. In den meisten Fällen halten sich die Versicherungen bei Vorerkrankungen allerdings Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge vor. Nach einem Bandscheibenvorfall kann zum Beispiel die Wirbelsäule von der BU ausgeschlossen werden. Ein Risikozuschlag wird beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung häufig erhoben, wenn Sie bestimmte Vorerkrankungen aufweisen, die über kurz oder lang in eine Berufsunfähigkeit münden können.

Doch es gibt eine Alternative, die jeder Versicherte kennen sollte: Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest rät in diesen Fällen zum Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung, einer „abgespeckten“ Variante der Berufsunfähigkeitsversicherung, die „oft besser sei als gar nichts“.(4) Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann gegebenenfalls sinnvoll und eine preiswerte Alternative sein, wenn die BU keine Option ist. Nehmen Sie hierzu am besten Kontakt zu einem Versicherungsexperten auf, durch den Sie weitere Informationen erhalten und die optimale Versicherung für sich finden.

Wofür braucht man eine Berufs­unfähig­keits­versicherung?

Grundsätzlich liegt der Sinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung darin, den Lebensunterhalt auch dann weiterhin bestreiten zu können, wenn Sie Ihrem Beruf aufgrund einer Krankheit auf Dauer nicht mehr nachgehen können.

Wie groß die Einkommenslücke bei einer Berufsunfähigkeit schnell werden kann, verdeutlicht unser Beispiel:

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, da sie die Einkommenslücke bei Berufsunfähigkeit schließt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, da sie die Einkommenslücke bei Berufsunfähigkeit schließt.

Ein 30-jähriger, lediger Mann ohne Kinder mit einem Bruttogehalt von mtl. 2.700 Euro (Nettogehalt mtl. 1.700 Euro), erhält nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund eine durchschnittliche monatliche Erwerbs­minderungs­rente in Höhe von 411 Euro bei 3 bis 6 Stunden täglicher Erwerbsfähigkeit (Stand 2019). Somit beträgt die Einkommenslücke bei Berufsunfähigkeit monatlich 1.289 Euro.

Durch den BU-Schutz sollten Sie folgende monatlichen Kosten mindestens decken können:

Innerhalb des Ver­sicherungs­zeit­raums können zusätzliche finanzielle Belastungen hinzukommen:

Tipp

Damit Sie in jeder Lebenssituation flexibel bleiben, sollten Sie Ihre BU-Rentenhöhe im Rahmen einer Nachversicherungsrente anpassen können.

Fazit: Macht eine Berufs­unfähig­keits­versicherung Sinn?

Unser Fazit: Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) ist wichtig für nahezu jedermann. Da jeder vierte Berufstätige vor dem Erreichen der Rente berufsunfähig wird, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nötig und sinnvoll.

 

 

 

  1. https://www.test.de/thema/berufsunfaehigkeitsversicherung
  2. https://www.vzhh.de/themen/versicherungen/berufsunfaehigkeitsversicherung-wichtig-fuer-alle
  3. Nach Abzug von Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträgen. Vgl. https://www.test.de/erwerbs­minderungs­rente-5176318-0
  4. https://www.test.de/Berufsunfaehigkeitsversicherung-Welcher-Vertrag-passt-zu-mir-4589942-0
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